Verfasserin: Hemma, 6A

Schulsprecher Paul Walder spricht im Interview mit dem GeBlaBlattl über seine Aufgaben, den Schulball und wie es ist, im Coronajahr seinen Abschluss zu machen.

GeBlaBlattl: Wieso hast du dich als Schulsprecher aufgestellt? Was gefällt dir an dieser Aufgabe?

Paul Walder: In der 5. Klasse hat mich Jona, einer meiner besten Freunde und auch mein Stellvertreter, überredet, gemeinsam mit ihm für die Schülervertretung (SV) zu kandidieren. Es hat mir dann so gut gefallen, dass ich seitdem jedes Jahr in der SV war und nachdem ich letztes Jahr Stellvertreter war, wurde ich heuer zum Schulsprecher gewählt, was mich sehr gefreut hat. Es ist zwar manchmal sehr anstrengend, aber man kann viele Projekte umsetzen und man lernt auch selbst viel dazu. Und natürlich ist es auch sehr lässig, die Anliegen der Schüler*innen zu vertreten. Ich hoffe sehr, dass sich nächstes Jahr, wenn ich dann nicht mehr an der Schule bin, viele für diese Aufgabe melden. Es ist wirklich eine tolle und lohnende Arbeit.

G: Hast du Vorbilder?

Paul: Politische Vorbilder habe ich eigentlich nicht wirklich, obwohl Politik ja das ist, was wir hier quasi in einem sehr kleinen Rahmen machen. Aber als Schulsprecher habe ich Marie als Vorbild. Sie war Schulsprecherin, als ich in die SV dazugekommen bin. Sie war einfach sehr kompetent, hat viele Sachen weitergebracht und uns nebenbei noch alles gezeigt, was es in der SV so braucht.

G: Wie viel Aufwand bringt die Aufgabe als Schulsprecher mit sich?

Paul: Das Gute an der Schüler*innenvertretung ist, dass es etwas Freiwilliges ist und dadurch die Arbeitsaufteilung ebenfalls. Heuer haben wir es so versucht, dass jeder das macht, was er/sie am besten kann und will, weil natürlich soll es so sein, dass jeder auch seinen Spaß daran hat. Wenn jetzt zum Beispiel gerade Schularbeiten-Phase ist, dann müssen wir die SV natürlich auch mal hintanstellen. Pflichttermine sind grundsätzlich die Treffen des Schulgemeinschaftsausschusses (SGA), die ungefähr fünf Mal im Jahr für 2-3 Stunden, plus Vorbereitung, stattfinden. Das ist aber nur ein relativ kleiner Teil, denn es kommen noch Organisationen von Veranstaltungen, interne Arbeitsgruppen und in normalen Jahren auch die Wiener Schüler*innenparlamente dazu. Grundsätzlich erfordert die Aufgabe so viel Zeit, wie man ihr Zeit gibt.

„Man kümmert sich um uns“

G: Wie geht es dir und generell der Schüler*innenvertretung mit Corona?

Paul: Das Corona-Virus hat zwei Seiten. Einerseits ist die Schülervertretung sehr viel wichtiger geworden, um zu schauen, was die Probleme in den Klassen sind oder was die Maturant*innen brauchen. Auf der anderen Seite ist es auch sehr schade, weil viele Dinge halt einfach nicht funktionieren, wie zum Beispiel die Advent- oder Faschingsaktion. Das heißt, es schränkt unsere Arbeit zwar ein, aber macht sie nochmal sehr viel wichtiger.

G: Welche Maßnahmen würdest du dir für die Schüler*innen von der Regierung wünschen und womit bist du unzufrieden?

Paul: Ich finde das schwer zu sagen, da ich das Glück habe, einen eignen Laptop und W – Lan zu haben und in einer Wohnung zu wohnen, welche groß genug ist, um gut zu arbeiten. Es gibt aber viele Schüler*innen, die das nicht haben. Was aber die richtigen Maßnahmen sind, dafür habe ich einfach nicht die nötige Expertise. Ich würde mir aber für die 8. Klassen wünschen, weiterhin die Möglichkeit zu haben, in die Schule zu gehen.

G: Wie geht es den 8. Klassen mit Corona? Wie ist es, in dieser Zeit seinen Schulabschluss zu machen?

Paul: Ich kann hier jetzt nur für mich und oberflächlich für die 8. Klassen sprechen, aber ich habe das Gefühl, dass man sich um uns kümmert. Einerseits vonseiten des Bildungsministeriums, aber vor allem auch vonseiten unserer Schule. Ich glaube, wir werden sehr gut unterstützt, beispielsweise durch das Matheintensiv-Wochenende, um den verlorenen Stoff und Probleme möglichst gut auszugleichen. In gewisser Hinsicht ist es auch eine Erleichterung – gerade was die Benotung der Matura angeht oder die VWA-Präsentationen. Das sind zwar, wie gesagt, Erleichterungen, aber das kann wahrscheinlich nur schwer das letzte Halbjahr ausgleichen. Aber ich habe das Gefühl, dass die Stimmung allgemein relativ gut ist.

G: Hast du das Gefühl, eine Art Bildungsverlierer zu sein, wie die Medien manchmal schreiben?

Paul: Ich glaube, es hat etwas Wahres, denn wir haben quasi alle ein halbes Jahr verloren. Natürlich hatten wir Online-Unterricht, was sicher in gewisser Hinsicht gute Arbeit geleistet hat, aber den Unterricht in der Schule kann er meiner Ansicht nach nicht ersetzen. Ob wir jetzt Bildungsverlierer sind, ist sehr subjektiv, natürlich haben wir im letzten halben Jahr sehr vieles verloren, allen voran eine Menge Zeit, die wir lieber gemeinsam verbracht hätten, aber wir haben mit Sicherheit auch sehr viel gelernt, beispielsweise über das tatsächliche Potenzial der Neuen Medien im Unterricht.

Der Schulball soll Ende Mai stattfinden

G: Wird der Schulball stattfinden?

Paul: Ja, der Schulball ist für den 28. Mai geplant. Ich hoffe und glaube auch, dass er stattfinden wird. Da ist ein super Komitee dahinter, das sich auch heuer wieder die größte Mühe gibt.

G: Was ist für die nächste Zeit/das restliche Schuljahr noch geplant?

Paul: Es gibt ein paar Dinge, die wir machen wollen, wie zum Beispiel Sportfeste.  Mit so einem vielfältigen Team, wie wir es heuer sind, wird aber mit Sicherheit noch viel spannender Input kommen, vor allem dann, wenn die ganzen Restriktionen wieder wegfallen.


Bilder @Paul Walder